Die Gesetztliche Krankenkasse wird günstiger für Selbständige

Gesetzliche Krankenkasse

Hohe Beiträge in der Gesetzlichen Krankenkasse

Gering verdienende Selbst­ständige – vor allem Existenzgründer – müssen bislang sehr hohe Krankenkassenbeiträge aufbringen. Bisher wurde hier von den Krankenkassen ein fiktives Monatseinkommen von 2.284 Euro angesetzt. Dieser Wert ändert bzw. steigt jedes Jahr geringfügig. So zahlen auch Selbständige ohne großen und umsatzstarken Betrieb aktuell mehr als 400 Euro monatlich für die Kranken- und Pflegeversicherung in der GkV. Nur bei Existenz­gründungen oder in Härtefällen wurde bis dato zeitlich befristet ein Nachlass gewährt.

Gesetzliche Krankenkasse – Mindestbeitrag unter 200 Euro ab 2019

Ab dem 1. Januar 2019 sinkt das fiktive Mindest­einkommen für kleine Selbst­ständige auf 1.038,33 Euro im Monat. Dadruch wird der Beitrag für Selbständige mit geringem Einkommen mehr als halbiert und beträgt demnach knapp über 190 Euro. Damit liegt der Mindestbeitrag deutlich unter der bisherigen Grenze für Härtefälle und Gründer, wodurch diese Regelung dann auch überflüssig wird. Man spricht von etwa 200.000 Betroffenen, die diese Regelung und insbesondere diese Vereinfachung begrüßen werden.

Nach meiner Auffassung werden dadurch in Zukunft deutlich weniger junge Selbständige mit der Gründung eines Unternehmens in die Private Krankenversicherung. Für viele – vor allem junge Selbständige – war bisher der Hauptgrund für einen Wechsel in die PKV ein deutlich günstigerer Monatsbeitrag.

Mit der neuen Regelung fällt dieses Argument für die PKV weg; Leistungstechnisch sind die besonders günstigen Tarife der Privaten Krankenversicherer, die besonders gerne von Selbständigen gewählt werden, ohnehin nicht der Hit. Hinzu kommt, dass ausgerechnet die besonders günstigen PKV-Tarife anfälliger für zukünftige Beitragserhöhungen sind.

Einsteigertarife in der PKV ab ca. 300 Euro

Im Vergleich zur Gesetzlichen Krankenkasse zahlt ein 30-jähriger Selbständiger in einem Einsteigertarif der Signal Iduna oder Hanse Merkur Versicherung knapp 300 Euro monatlich inklusive einer Selbstbeteiligung von 480 bzw. 500 Euro pro Jahr.

Bei derartigen Tarifen ist neben der Selbstbeteiligung auch darauf zu achten, wie umfangreich in den einzelnen Leistungsinhalten (z. B. Vorsorgeuntersuchungen, Psychotherapie oder beim Zahnarzt…) erstattet wird. Hier gibt es zum Teil neben der Selbstbeteiligung noch andere, prozentuale Leistungseinschränkungen bzw. Möglichkeiten einer Kostenbeteiligung durch den Versicherten.

Mein Tipp für junge Existenzgründer: Zunächst GKV!

Gerade am Anfang einer Selbständigkeit würde ich zu keinen Experimenten in Sachen Gesundheitsvorsorge raten. Vor allem dann, wenn man noch nicht weiß, wie erfolgreich das Unternehmen werden wird.

Ich rate dazu, eine gute Krankenkasse zu wählen und diesen Grundschutz durch Zusatzversicherung für die Behandlung beim Zahnarzt und im Krankenhaus zu ergänzen. Sowohl privat als auch gesetzlich Versicherte sollten außerdem eine Krankentagegeldversicherung abschließen.

Gerne stehe ich für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.

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Marko ist Bankkaufmann und Versicherungsspezialist und seit über 20 Jahren in der Bank- und Versicherungsbranche aktiv.

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